JL 2023 Foto Verteilheft

„Du bist ein Gott, der mich sieht“, sagt Hagar nach ihrer Begegnung mit dem Engel. In diesem Satz steckt ein ganzes Glaubensbekenntnis: Die Sklavin, keines Menschenblicks für würdig erachtet, erfährt sich als Gesehene, als von Gott beachtetes und geachtetes Geschöpf, beschenkt mit einer Würde, die ihr von niemandem genommen werden kann. Diese Erkenntnis spannt einen Horizont der Freiheit auf, unter dem Hagar die Rückkehr in die Unfreiheit ertragen kann.
„Du bist ein Gott, der mich sieht“ ist zunächst Hagars ganz persönlicher Satz, aber er hat universale Geltung. Der Gott, der Hagar sieht, erweist sich als Gott auch der anderen, ob Sklavin oder Ägypterin oder beides. Und zuallererst – denn in der Bibel ist Hagar die erste Person, der ein Engel Gottes begegnet – sieht Gott die Fremden und Rechtlosen, die Flüchtlinge, die Gedemütigten und vom Tod Bedrohten. Das Auge Gottes blickt gerade auf die Menschen an den finstersten Orten und in den dunkelsten Zeiten.

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